Viel Rummel beim Schrankenwärterhäuschen
der ehemaligen Hugo-Bahn

( Alle Bilder können durch Anklicken vergrößert werden - Text und Bilder: Stefan Jost )

Das Beckhausener Schrankenwärterhäuschen der ehemaligen Hugo-Bahn.
Das Beckhausener Schrankenwärterhäus-
chen der ehemaligen Hugo-Bahn.
Samstagmorgen am 11.10.2003 um 10:00 Uhr in Gelsenkirchen-Beckhausen schloss Alfred Konter das frisch renovierte Schrankenwärterhäuschen der ehemaligen Hugo-Bahn auf, damit Interessierten einen Blick hinter den Kulissen des denkmalgeschützten Gebäudes werfen können. Wir waren bei diesem spannenden "Tag der offenen Tür dabei".

 
  Viele Einheimische und Bekannte von Alfred Konter kommen zum "Tag der offenen Tür" in Gelsenkirchen-Beckhausen vorbei, während Detlev Lauster bei einen kurzen Gastauftritt ein paar seiner Hits sang.
Jung und Alt informieren sich bei Alfred Konter über das Schrankenwärterhäuschen.
Jung und Alt informieren sich bei Alfred
Konter über das Schrankenwärterhäuschen.

 
Alfred Konter war jahrelang an Gelsenkirchener Eisenbahnstrecken beruflich tätig und die letzten 10 Jahre lang Fahrdienstleiter an diesem einfachen Schrankenwärterhäuschen, bevor er 1988 in Rente ging. Aber einen ruhigen Lebensabend will er nicht geniessen, da ihm das Schrankenwärterhäuschen am Herzen lag und immer noch liegt.
 
Zweimal konnte er sich erfolgreich gegen einen Abriss des über 120 Jahre alte Häuschen wehren, das im Jahre 1880 erbaut wurde, nachdem das Bergwerk Hugo in diesem Jahre einen Eisenbahnanschluss bekam. Bisher wurde der Erhalt vom Orts- und Heimatkundeverein Buer e.V. finanziell unterstützt. Weiterhin sponsort der lokale Stromlieferant ELE die Beleuchtung bzw. Energieversorgung des Schmuckstückes an der Horster Strasse.

Am 'Tag der offenen Tür' kamen viele Leute.
Am "Tag der offenen Tür" kamen viele Leute.

Die Arbeiten eines Schrankenwärters

Im letzten Jahr wurde das Häuschen in einem Fotokalender 2002 der Deutschen Steinkohle, der ebenfalls weitere sehenswerte Industriedenkmäler des Ruhrgebietsbergbaus präsentiert, grossflächig auf einen Kalenderblatt abgebildet.
Der Förderturm der Zeche Hugo von Schacht 2 im strahlenden Sonnenlicht. Auch Alfred Konter unterstützt den Erhalt diesen Förderturms als Buersches Heimat- und Bergbaumuseum.
Der Förderturm der
Zeche Hugo von
Schacht 2 im
strahlenden Sonnenlicht.
Auch Alfred Konter
unterstützt den Erhalt
diesen Förderturms als
Buersches Heimat-
und Bergbaumuseum.
Die Schranken des dazugehörigen Bahnübergangs an der Horster Strasse wurden fast 100 Jahre per Manpower hoch- und hinuntergekurbelt, bis etwa in den 80'er Jahren des 20.Jahrhunderts die Schranken per Knopfdruck elektrisch bedient wurden. Damit die 11,30m langen Drahtseile der Bahnübergangsschranken sich bewegten, musste kräftig in die Hände gespuckt werden, damit die Schranken unten waren, bevor der Kohlezug über die Horster Strasse fuhr.

Damals (1): Das Häuschen Anfang des 20.Jahrhunderts an der Horster Strasse als Wandbild. Damals (2): Erinnerungen an das 1880 erbaute Häuschen in Salzteig. Damals (3): Alfred Konter in den 70'iger Jahren bei seinem Dienst im Schrankenwärterhäuschen.
Von links nach rechts:
- Das Häuschen Anfang des 20.Jahrhunderts an der Horster Strasse als Wandbild.
- Erinnerungen an das 1880 erbaute Häuschen in Salzteig.
- Alfred Konter in den 70'iger Jahren bei seinem Dienst im Schrankenwärterhäuschen.)

Eines der Gründe für den Erhalt des Arbeitsplatzes am Schrankenwärterhäuschen war in seiner Dienstzeit sein Argument "Sicherheit geht vor Rationalisierung". Weiterhin musste bei der Arbeit am Bahnübergang der Blickkontakt zu den Kohlezügen immer gewährleistet sein. Neben der Anbindung der Hugo-Bahn an die Eisenbahnstrecke Wanne-Eickel - Gelsenkirchen-Bismarck - Buer-Süd - Winterswyk (Niederlande) wurden an dieser Stelle auch die Waggons rangiert. Es gab eigentlich immer etwas zu tun.
Der Arbeitsplatz ging durch die Schliessung der Zeche Hugo am 30.04.2003 trotzdem verloren. Das Schrankenwärterhäuschen nicht. Und es ist gelegentlich noch besetzt, da Alfred Konter regelmässig nach dem Rechten sieht.

Die Gemütlichkeit am Schrankenwärterhäuschen ist gleich vorbei! Alfred Konter demonstriert die schwere Tätigkeit des Schrankenwärters. Schnell, schnell, der Kohlezug kommt.
Von links nach rechts:
- Die Gemütlichkeit am Schrankenwärterhäuschen ist gleich vorbei!
- Alfred Konter demonstriert die schwere Tätigkeit des Schrankenwärters.
- Schnell, schnell, der Kohlezug kommt.

Besitzer des 'Kleinen Museums' Klaus Herzmantus mit Alfred Konter und unseren Reporter Stefan Jost.
Besitzer des 'Kleinen Museums' Klaus Herzmantus mit Alfred Konter und unseren Reporter Stefan Jost.
Alfred Konter u.a mit den Webmastern von www.Hugo-Buer.de im Gespräch.
Alfred Konter u.a mit den Webmaster von von www.Hugo-Buer.de im Gespräch.

Stichwort: Grubenpferde

 Ebenfalls auf die Initative von Alfred Konter wurde zu Ehren des letzten Grubenpferdes der Zeche Hugo 1980 ein hübsches Grabmal neben dem Schrankenwärterhäuschen erbaut. Weiterhin hat Alfred Konter eigenhändig das Grabmal gestaltet, das er ebenfalls in seiner freien Zeit im Frühjahr und Sommer mit frischen Blumen verschönert.
Das letzte Grubenpferd hiess Alex. Grubenpferde wurden auf der Zeche Hugo in den Jahren 1885 bis 1949 als Zugtiere für die Kohleloren eingesetzt. Ein ehemaliger Bergmann, der kurze Zeit mit Grubenpferden gearbeitet hat, erzählte am Grabmal folgendes: "Pferde sind ja intelligente Tiere. Das Grubenpferd wusste nach einiger Zeit immer, wieviele Wagen es ziehen musste. Es waren in der Regel 8 bis 10. Weiterhin spürte es, an welcher Stelle im Streb das Gefälle soweit ausreicht, dass seine Pferdestärke nicht mehr erforderlich war und wann es Feierabend hat."

Weiterhin liegt neben dem Häuschen auch das Grabmal des letzten Grubenpferdes. Das Grabmal vom Grubenpferd Alex.

Weiterhin liegt neben dem Häuschen auch das Grabmal des letzten Grubenpferdes.

Das Grabmal vom Grubenpferd Alex.

In den ersten Jahren als Pferde auf der Zeche Hugo eingesetzt wurden, konnten die Pferde in ihrer freien Zeit noch auf den Wiesen grasen. Erst als die Pferde in den unteren Sohlen eingesetzt wurden, sparte man sich diese zeitaufwendige Pferdepflege und quartierte die Pferde in den Gruben entsprechend ein. Die letzten Grubenpferde wurden im Ruhrgebiet im Jahre 1966 in den wohlverdienten Ruhestand geschickt.

Um das Schrankenwärterhäuschen gibt es allerhand zu entdecken, u.a. dieser Durchgang. Die Almar Eisenwerke in Gelsenkirchen-Schalke - Erinnerung für Alfred Konter an dem Ort, wo er seine ersten Rangierarbeiten tätigte. Der Durchgang von der anderen Seite.
Es gibt viel zu entdecken am Schrankenwärterhäuschen...kommen Sie vorbei !

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