Alle Photos: Brigitte Schweingruber. Text: Ingo Schendel 

 

Schneechaos?

Juchu, es ist Juni, alles grünt und blüht und bei unserem Ausritt im Buerschen Busch geraten wir mitten in ein Schneechaos. Also doch nichts mit dem erwärmten Weltklima? Die sogenannte Klimakatastrophe nur eine Zeitungsente?

Das nun wohl doch nicht, denn was man da für Schnee hält, ist in Wahrheit etwas ganz anderes ..

Die Ursache: Ein Baum!

Populus tremula L., Espe oder Zitterpappel, so heisst der Urheber des vermeintlichen Schneechaos. Pappeln sind sehr schnellwüchsig und eignen sich daher immer dann gut, wenn schnell wiederaufgeforstet oder wenn schnell wieder Geld mit Holzeinschlag verdient werden soll. Kein Baum in unseren Breiten wächst schneller. Mit 60 Jahren ist er ausgewachsen und hat eine Höhe von ca. 20m erreicht (selten: max. 35m).

Die weiblichen Bäume (ja, es gibt zwei Geschlechter) sind in der Lage, Unmengen der flugfähigen Samen hervorzubringen.

 







Flieger auf wollenen Schwingen

Die Samen reifen in Kapselfrüchten heran, die in der Reife bei trockenem Wetter aufspringen und die Samen freigeben.

Genau das ist im Buerschen Busch geschehen. Hier wurden soviele der langwollig behaarten Pappelsamen freigesetzt, dass es so aussah, als sei der ganze Waldboden von einer dicken Schneeschicht bedeckt. In den Detailaufnahmen kann man die Samen innerhalb ihrer "Wolle" als kleine dunkle "Stippel" erkennen ...

Sommerlaub und weiß bedeckter Boden - das ist schon ein irritierender Anblick. Brigitte hat auf den Auslöser gedrückt und konnte das temporäre Weiß mitten im Sommer im Bild dokumentieren ...



Taxonmische Einordnung /
Inhaltsstoffe und Nutzung.

Die Zitterpappel gehört in die Familie der Salicaceae oder Weidengewächse (Ordnung: Malpighiales, Malpighienartige; Unterklasse: Rosidae, Rosenartige; Klasse: Rosopsida, Dreifurchenpollenzweikeimblättrige).

Wie ihre Cousins und Cousinen aus der Gattung Salix (Weide) enthalten Blatter und Zweige den Inhaltsstoff Salicylsäure - den bekannten Wirkstoff der Aspirin-Tablette. Aufgüsse von jungen Blättern, Triebspitzen und Rinde haben deshalb eine schmerzstillende und fiebersenkende Wirkung.

Während ihres schnellen Wachstums bildet die Zitterpappel KEIN sogenanntes Kernholz, d.h. sie lagert in ihrem Stamm keine Gerbstoffe ein, die wie ein natürliches Imprägmierungsmittel wirken würden, wie es z.B. Eiche und Buche tun würden.

Entsprechend ist das Holz der Zitterpappel ein leichtes Weichholz, dass sich gut zur Papierherstellung eignet. Aber auch als leichtes Sperrholz, Grundmaterial für Tischtennisschläger, Apfelsinenkisten und Zahnstocher findet es eine Verwendung.

Weblinks.

-- Wikipedia Eintrag
-- Die Espe in "Floraweb"




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