|
Der
Reitsport ist in den letzten Jahren eindeutig zum Breitensport
geworden. Sehr viele Neu- und Wiedereinsteiger möchten
ihre Freizeit mit dem Partner Pferd verbringen und natürlich
irgendwann einmal ihr Wissen und Können dem Publikum präsentieren.
Nicht immer entspricht so ein Pferd dem Ideal der klassischen
Dressur oder Springreiterei. Ein bunter Pferderassenmix hat
in den letzten Jahren den Markt erobert und seine Liebhaber
gefunden. Auch wollen viele Reiter einfach nicht mehr "Kreise
reiten" oder "über bunte Stangen hüpfen"
und suchen neue "Herausforderungen". Hier in GE-Resse
auf dem Hof Melchers können sie sich in jedem Jahr beweisen
!
Der
Geländeritt ist für alle Ausbildungsklassen geeignet.
Junge, unerfahrene Pferde können ebenso wie alte Hasen
mitmachen, da ausschließlich auf eingezäuntem Gelände
geritten und auf Sicherheit großen Wert gelegt wird. Eine
Zeit ist nicht vorgegeben, und so kann man gemütlich im
Schritt alleine oder zu zweit durch das schöne Gelände
bummeln. Doch ganz so einfach soll es dann doch nicht werden,
etwas Können verlangt die Sache schon, nämlich das
Wissen rund ums Pferd. Die Antworten auf die Fragen bei den
Halteposten müßte jeder Reiter eigentlich wissen
... eigentlich. Machen
Sie mal bei ihren Reiterfreunden die Probe aufs Exempel: Wieviel
mm wächst der Pferdehuf im Monat ? (ca. 8-10 mm). Oder
was ist der PTA-Wert beim Pferd ? (Puls:28-40 Schläge/Min.,
Temperatur: 37,5-38,2 C, Atmung: 8-16 Züge pro Minute).
Außerdem wurden Pflanzenteile gezeigt, die der Reiter
erkennen mußte und einiges mehr. Für jede richtige
Antwort gab es dann einen Buchstaben, der später das Lösungswort
stellte. Erst jetzt galt er Geländeritt als erfolgreich
beendet. Mannomann, da wurden teilweise die Hirnwindungen aber
gewrungen ! Dies alles soll auch als Ansporn zu sehen sein und
den Reitern aufzeigen, daß ein solides Basiswissen rund
ums Pferd genauso nötig ist wie eine gute Ausrüstung
und Ausbildung, die Sicherheit gewährleistet. 
Beim Trailparcours
ging es dann weiter. Hier zeigte sich deutlich, wer "Nerven"
hat ... oder auch keine! Ein Pferd muß seinem Reiter vertrauen
und ihm bedingungslos folgen. Na ja, einige Aspiranten hatten
da mit ihren Reitern so ihre Probleme und gingen lieber ihre
eigenen Wege. Die Mehrzahl der Pferde war aber sehr gehorsam und
absolvierten - wenn auch manchmal nach einigem Zögern -
die an sie gestellten Aufgaben. Unschöne Szenen, wie es
sie leider manchmal auf den "normalen" Reitturnieren
zu sehen gibt, sah man hier nicht. Das Publikum hätte dafür
sicher auch kein Verständnis gezeigt. Viele Familien mit
Kindern waren zu Besuch und wollten einen schönen Tag verleben
und keine überehrgeizigen Reiter auf überforderten
Pferden erleben.
|
Den Zuschauern wurden
Pferd und Reiter jeweils vorgestellt und wenn möglich noch weitere
Informationen geliefert.
 
Zum Beispiel,
wie lange sich das Pferd im Besitz des Reiters befindet und wie seine
Ausbildung bis jetzt verlief. Auch einige Charaktereigenschaften des
Pferdes wurden nicht verheimlicht. Teilweise sehr zum Spaß des
Publikums, das sich mit eigenen Augen davon überzeugen konnte.
 
Diese Art von
Gehorsams-Prüfungen können nicht nur zu Pferde absolviert
werden. Es gibt bereits in Zusammenarbeit mit der Deutschen Reiterlichen
Vereinigung (FN) eine neue Prüfungsart, die
GHP: "Gelassenheitsprüfung für Sport- und Freizeitpferde".
Jeder
kann teilnehmen, der sein Pferd an der Hand am Halfter beherrscht.
Also auch Nichtreiter. Das Pferd muß neben seinem Menschen über
eine Bodenplane gehen, ruhig bleiben, wenn Regenschirme plötzlich
aufspringen, und sich von Flatterbändern nichts annehmen. Ein
Profi-Richter-Team beurteilt das Verhalten des Pferdes auf einer Skala
von 0 (hysterisch) bis 10 (absolut gelassen). Ab Note 6, gibt es den
offiziellen Gelassenheits-Paß. Eine GHP kann in allen Betrieben
und auf allen Turnieren ausgeschrieben werden. Die Teilnehmer müssen
weder Vereins- noch FN-Mitglieder sein.
Einzige Voraussetzung: Das Pferd ist drei Jahre oder älter, hat
einen Equidenpaß, die Influenza-Impfung und eine Haftpflicht-Versicherung.
Aber nun zurück
zum Hof Melchers. Was gab es denn sonst noch so ? Ponyreiten für
die Kleinsten natürlich ! Auch die Rundfahrt mit einem alten
Trecker war beliebt. Kaffee, Kuchen, Würstchen, Pommes konnten
zu zivilen Preisen die Familie ernähren, danach war für
die Tombola tatsächlich noch Geld übrig. Ein Hundetrail
ist auch im Programm, genauso wie das "Jump& Run" (ein
Läufer, ein Reiter, ein Pferd).
Mit so einem Angebot lassen sich schnell die zwei Veranstaltungstage
füllen. Zu jedem Zeitpunkt ist was los auf dem Gelände und
bei schönem Wetter sollte eine Radtour mit der Familie zu dem
Sommerfest in Resse immer eingeplant werden. Also, auf Wiedersehen
bis zum nächsten Jahr ... wenn Sie es diesmal verpaßt haben
sollten !
- Zurück -
|