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Pferde
sind ihre Leidenschaft, die Großen und die Kleinen. Für Susanne
Konradt aus Gelsenkirchen endet ihre Liebe zu den edlen Vierbeinern
nicht auf dem Heimweg vom Reitstall, sondern sie kann dieses
schöne Hobby auch zu Hause weiter pflegen. Sie macht es einfach
so wie viele eisenbahnbegeisterte Männer, die ihren Modellbauträumen
im Hobbykeller freien Lauf lassen. Sie sammelt Modelle. Genauer
gesagt: exquisite Modellpferde. So wie diesen tollen, natürlich
aussehenden Scheckhengst auf der Startseite. Nun wissen Sie
um das Problemchen, dass Sie ihn nicht reiten könnten ... die
Größe! Circa 25 bis 30 cm sind die Modelle in der "Traditional
Size".
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Mädchen
lieben nun mal Pferde, dass hätte im Jahr 1975 auch Frau
Konradt, der Mutter von Susanne klar sein müssen, als
sie ihre Tochter zum Elite-Rennen auf die Trabrennbahn
Gelsenkirchen mit nahm. Von diesem Tag an durfte sich
die Mutter als Sponsorin in Sachen Pferdeleidenschaft
für ihre Tochter zur Verfügung stellen. Susanne fand sehr
schnell den Weg ins Stallgelände und besonders der damalige
Rennstall "Schwarzer Panther" hatte es ihr angetan.
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Die Pferdepflege, das Fahren und auch das Reiten füllte
ihre Zeit an den Wochenenden und in den Ferien aus. Das
ganze Wissen rund ums Pferd konnte sie später für das
Pony "Fortuna" gut gebrauchen. Ein Traum ging damals damit
in Erfüllung, die Eltern schenkten ihr ein eigenes Pferd
! Obwohl Susanne zuerst "richtige" Reitstunden im Reiterverein
Gelsenkirchen an der Balkenstraße genommen hatte, war
das Reiten im offenen Gelände eher "ihr Ding". In der
Haard konnte sie bei den herrlichen Ausritten so richtig
Gas geben.
In den Jahren 1975/1976 begann auch die Sammelleidenschaft
für die Modellpferde. "Man o War" ein berühmter Vollblüter
aus dem Rennsport war Susannes erstes Pferd, ein Modell
der Firma Breyer.
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Gekauft im Kaufhaus WEKA in der Gelsenkirchener Innenstadt!
Die WEKA war damals wirklich gut sortiert. Weitere Quellen
waren, ein Spielzeuggeschäft in der Von Oven-Straße (existiert
nicht mehr) und natürlich Roskothen in Essen. Da konnte
man sich wohl mit Pferden besonders gut eindecken, denn
in den 80er Jahren hatte Susanne ca. 200 "original finished"
Breyermodelle gesammelt. Bei Einstiegspreisen von 25,-
bis 30,- DM pro Pferd kommt da schon eine schöne Summe
zusammen.
Wie gesagt, Einstiegspreise, denn für Modellpferde, deren
Grundmodell künstlerisch verändert wurde, schnellen die
Preise ganz flux in die Höhe. In den USA wo die Szene
weit verbreitet ist, sind die "customized models" oder
"cust. models" (veränderte Modelle) sehr begehrt.
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Die amerikanischen Künstler und Künstlerinnen Carol Williams
von Rio Rondo, Sarah Minkiewicz und Ed Gonzales sind mit
die bekanntesten Namen. Und verändert werden kann sehr
vieles. Die Pferde bekommen "richtiges" Schweif- und Mähnenhaar,
wechseln durch Airbrush ihre Farbe und sogar kleine Hufeisen
werden angebracht, auch kann die ganze Haltung des Pferdemodells
völlig verändert werden. Passende Halfter und Sättel runden
das Bild ab. Natürlich gibt es noch vielerlei Zubehör
für den eigenen Mini-Stall.
Susanne Konradt setzte ihren Sammlerschwerpunkt auf veränderte
Pferde. Und mit denen ging es dann auf Schauen ! Die ganzen
Jahre über heimste Susanne mit ihren Pferdemodellen auf
Live- und Foto-Schauen in den USA und ganz Deutschland
viele Preise ein.
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Ihr
Modellpferdestall "Fortuna Stables" war Anfang der 90er
Jahre überaus erfolgreich. Sie selbst veranstaltete ebenfalls
internationale Fotoschauen und mit einer Freundin zusammen
auch mal eine eigene Live-Schau. Wichtige Informationsquelle
aller Sammler war die US-Modellpferdezeitschrift der Firma
Breyer "Just about Horses". Hier konnte man Kontakte zu
anderen Sammlern knüpfen, was Susanne dann auch gerne
tat. Sehr viele Kontakte ergaben sich über die Jahre hinweg
nach Kanada, den USA und sogar bis nach Australien und
auch wieder zurück !
Einen deutschen Modellpferdeclub in Neunkirchen bei
Siegen lernte Susanne im Jahr 1979 über eine kanadische
Sammlerin kennen. 1988 besuchte Susanne dann schließlich
ihre Brieffreundin Kathleen in Michigan/USA. Wenn man
bedenkt, dass zu dieser Zeit alle Kontakte ganz brav per
Post gepflegt wurden, Bilder, Briefe und die Modelle hin
und her geschickt mussten, erkennt man schon die Passion
der Sammler in aller Welt.
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1986
bekam Susanne Konradt dann wieder ein "echtes, großes"
Pferd. Die 3 jährige Westfalenstute "Frühlingsfee" von
"Frühlingswald". Eine schicke Fuchsstute, die sich auch
gleich als Modell in Susanne Konradts Sammlung wieder
fand ! B. Jones aus den USA verhalf mit einem veränderten
Trakehner-Breyer-Modell, Susannes "Fee" einen Ehrenplatz
im Sammlerregal. Das Original im Stall und daheim das
Modell, wie viele Mädchen träumen von dieser Kombination
auch heute noch.
Dass Susannes Mutter in all den Jahren ihre Tochter unterstützte,
ist ja noch schön und gut, aber Frau Konradt hatte soviel
Freude an diesem Hobby, dass sie bald selbst Modelle von
Araberpferden sammelte. Nicht weniger erfolgreich wie
ihre Tochter übrigens, denn ihr verändertes Breyer-Modell
der Stute "Amana" wurde "Araber und Modellpferd des Jahres
1987".
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Nun,
und dann nach vielen Jahren Sammlerleidenschaft löste sich der
Modellpferdestall "Fortuna Stables" langsam auf. Viele von Susannes
Freundinnen verloren das Interesse und auch sie verkaufte einen
großen Teil ihres Stalles. So standen die verbleibenden ca.
50 original finished Breyer-Modelle und ca. 10 veränderten Modelle,
fast 10 Jahre unbeachtet im Schrank. Natürlich hatte sie ihre
echte "Frühlingsfee" nicht gleich mit dazu abgegeben. Dem Reitsport
blieb sie unverändert treu. Aber die Modellpferde hatten eine
lange Pause.
Jetzt wäre die Geschichte um Susanne Konradt zu Ende, denkt
man. Aber so ganz noch nicht. 2003 meldete sich eine Sammlerin
aus Grevenbroich in Gelsenkirchen. Drehpunkt war Australien.
Susannes Brieffreundin Cheryl Ridge aus Melbourne stellte den
Kontakt her. Bei Konradts gingen daraufhin wieder die Schränke
auf, die Pferde wurden fit gemacht. Im Oktober 2003 ging es
dann zu einer Live-Show nach Gladbeck. "Impressive Heart", ein
Breyer-Modell verändert von L.Rivera/USA im Jahr 1989, wurde
auf Anhieb Appaloosa-Champion, nachdem er 10 Jahre im Dornröschenschlaf
gelegen hatte. Ein toller Einstiegserfolg ! So langsam kamen
auch wieder einige neue Modelle dazu. Die original finished
Pferde der Firma Peter Stone sind heute Susannes Favoriten.
Die Stone-Modelle sind noch detailgetreuer als die Breyer Pferde
gearbeitet, findet Susanne.
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Als
den schönsten Effekt empfindet Susanne aber die Tatsache, dass
sie wieder Kontakt zu früheren Sammlern bekommen hat. Lange
Briefe braucht sie nun nicht mehr zu schreiben, die Modell-Pferde-Familie
kommuniziert ganz zeitgemäß übers Internet ! Bestellungen der
Modelle inklusive. Was blieb noch von früher ? Dem Trabrennsport
ist Susanne ebenfalls noch verbunden und ist Gast bei allen
großen Rennen. Ihre "echte" Frühlingsfee ist mittlerweile stolze
21 Jahre alt und erfreut sich bester Gesundheit. Sie dürfte
wohl die "ups and downs" Susannes Sammlerjahre mit großer Gelassenheit
gesehen haben. Sie ist schließlich das geliebte Original, das
niemals in einem Schrank verschwinden wird.
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